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»Schreiben - einzige Möglichkeit der Erleichterung«
Klaus Mann zum 100. Geburtstag
Das Projekt »Schreiben - einzige Möglichkeit der Erleichterung. Klaus Mann zum 100. Geburtstag« fand aus Anlass dieses Jubiläums am 18. 11.2006 in der Zeit von November 2006 bis Ende Januar 2007 in Hamburg statt. Es handelte sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der Agentur Initiative Literatur, Kulturinstituten und Kulturveranstaltern. Gemeinsam haben wir Klaus Mann geehrt,
den radikalen Demokraten und Antifaschisten, der zugleich einer der schillerndsten Literaten des 20. Jahrhunderts war.
Klaus Mann wuchs in einem großbürgerlichen, liberalen Milieu auf. Schon als Kind schrieb er erste Romane. Er war hochbegabt, doch seine Schullaufbahn verlief chaotisch und endete wie die seines Vaters Thomas ohne Abschluss. Klaus Mann war ein Grenzgänger der bürgerlichen Gesellschaft. Als einer der ersten Schriftsteller führte er Homosexuelle als positiv erfahrbare Helden in die deutsche Literatur ein. In den zwanziger Jahren bewegte er sich in der schwulen Subkultur von Berlin und Paris auf der Suche nach einem Lebenskonzept, in dem er seine kulturellen und insbesondere literarischen Interessen mit anderen Homosexuellen teilen konnte.
Hochgradig politisiert und sensibilisiert angesichts des erstarkenden Nationalsozialismus verließ er Deutschland wenige Tage nach Hitlers Machtantritt. Aus der Emigration kämpfte er unermüdlich schreibend und referierend gegen das totalitäre Regime der Nazis und für einen Zusammenschluss aller Antifaschisten. Zeitweise übernahm er die Rolle einer Integrationsfigur unter den Exilschriftstellern: In der Monatszeitschrift «Die Sammlung» bot er in den Jahren 1933 und 1934 deutschsprachigen und internationalen antifaschistischen Schriftstellern ein literarisches Forum. In den USA versuchte er später, mit der Zeitschrift «Decision» ein ähnliches Konzept zu verwirklichen.
Klaus Mann wurde amerikanischer Staatsbürger und Soldat der US-Army. Nach dem Krieg kehrte er nach Europa zurück. Seine Hoffnung auf eine demokratische Erneuerung Deutschlands sah er jedoch enttäuscht. Nachdem er während des Krieges großenteils in englischer Sprache geschrieben hatte, fand er nicht mehr in die deutsche Sprache zurück. Keines seiner Werke wurde nach 1945 zu seinen Lebzeiten in der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht. Er lebte ruhelos, ohne irgendwo Fuß fassen zu können.
Am 21. Mai 1949 starb er in Cannes an einer Überdosis Schlaftabletten.
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Klaus Manns Grab auf dem
Cimetière Grand Jas in Cannes
Foto: Susanne Wittek |
Klaus Mann hinterließ ein umfangreiches Werk, bestehend aus Romanen, Erzählungen, politischen Essays, Reden, Kritiken, autobiografischen Werken und Tagebüchern.
Herzstück unseres Projektes war die Doppelausstellung »Klaus Mann und Frankreich. Ein Exilschicksal« und «Wir sind so jung - so sonderbar.» Klaus Mann und die Hamburger Kammerspiele.
Sie war in ein vielseitiges Rahmenprogramm eingebettet: Szenische Lesungen von Texten, Vorträge, Filme über das Exil und Literaturverfilmungen ergänzten und präzisierten das Bild. In moderierten Konzerten war Musik zu hören, die Klaus Mann wichtig war.
Unter der Schirmherrschaft des Hamburger Ersten Bürgermeisters Ole von Beust haben
am 18.11.2006, Klaus Manns
100. Geburtstag, im Goethe-Institut viele großartige Vorleserinnen und Vorleser seinen vollständigen Roman »Mephisto« vorgetragen.
Eine Hommage an Klaus Mann!
Die Doppelausstellung und die Veranstaltungsreihe wurden von insgesamt 1.500 Menschen besucht.
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