Zwischen März und Juni 1933 fanden in mehr als 20
deutschen Städten öffentliche Bücherverbrennungen statt. Mehrere zehntausend literarische und
wissenschaftliche Werke jüdischer, linker, liberaler und pazifistischer
Autoren wurden Opfer der Flammen. In diesem Jahr begann das Exil deutscher
Schriftsteller und Intellektueller. Zwischen 1933 und 1945 verließen
mehr als 2.500 Schriftsteller Deutschland.

65 boulevard Arago, 75013 Paris (Fotos: Susanne Wittek, Februar 2011)
Viele von ihnen gingen nach Paris. Die Stadt wurde schnell ein Zentrum des intellektuellen Widerstands im Ausland. Trotz teilweise stark abweichender politischer Überzeugungen machte die große Mehrheit der Exilanten gemeinsame Sache gegen die Nazi-Barbarei und beteiligte sich an Protest- und Informationsveranstaltungen. Die auf internationaler Ebene am stärksten wahrgenommenen Aktionen waren
Einer der Ideengeber und aktivsten Organisatoren beider
Veranstaltungen war der Schriftsteller Alfred Kantorowicz. Als
unabhängiger Geist, als Jude und Kommunist hatte er viele Gründe,
Nazi-Deutschland zu verlassen. Er ging zunächst ins Exil nach
Frankreich, entkam in die USA, kehrte nach dem Krieg nach Deutschland
zurück, und zwar nach Ost-Berlin, und floh schließlich – nach 13 Jahren
in der DDR – in die Bundesrepublik.